Autorin: Silke Landtwing, Manager Corporate Communications, Leister Schweiz
Im Tunnel ist es ursprünglich dunkel. Zander sind Raubfische und deshalb eher am dunklen Grund von Seen zu finden, denn sie wollen von ihrer Beute und von ihren Feinden nicht gesehen werden. Wasser: Im Tunnel ist Wasser störend, weshalb die Tunnelwände zum Abdichten mit Kunststoffmembranen ausgekleidet werden. Diese werden anschliessend mit Leister-Geräten verschweisst. Zander brauchen Wasser zum Leben. Je sauberer desto besser. Und da laufen beim Start-up ‹Basis 57 nachhaltige Wassernutzung AG› im Schweizer Erstfeld die Fäden zusammen.
Wasser aus Gotthard-Basistunnel nachhaltig nutzen
Das Abdichten des 57 km / 35.4 mi langen Gotthard-Basistunnels war ein Grossprojekt für Leister, über das wir in unserem Blog berichtet haben.
Das Bergwasser, das durch die mit Leister-Geräten verschweissten Kunststoffmembranen aus dem Gotthard-Basistunnel der NEAT (NEAT bedeutet Neue Eisenbahn-Alpentransversale) abgeleitet wird, ist nicht nur besonders sauber und somit extrem zanderfreundlich, sondern mit 12 - 14 °C / 53.6 - 57.2 °F auch ideal temperiert.
Kreative Köpfe von Basis 57 haben sich deshalb überlegt, dieses Wasser nachhaltig und sinnvoll zu nutzen. Es gab viele Ideen. Damit Bier zu brauen, gehörte übrigens auch dazu. Auch Pangasius oder Trüschen zu züchten, war im Gespräch. Der Zander hat am Schluss gewonnen. Warum? Das erfahren Sie in diesem Blogbeitrag, denn wir waren für Sie vor Ort und haben die Test-Zuchtanlagen besichtigt.
So viel vorab: Alle, die gerne Fisch essen, dürfen sich freuen. Denn der Zander ist ein besonders edler und feiner Speisefisch, den Gourmets sehr schätzen und den es hierzulande dank Basis 57 bald aus nachhaltiger Urner Fischzucht gibt.
Basis 57 nachhaltige Wassernutzung AG
«Das Start-Up-Unternehmen ‹Basis 57 nachhaltige Wassernutzung AG› entstand vor mehr als zehn Jahren, als das Projekt NEAT brandheiss war», erläutert Myriam Arnold, bei Basis 57 zuständig für Kommunikation & Marketing. Als es darum ging, wie man das Bergwasser nachhaltig nutzen könne, wurden viele Möglichkeiten diskutiert. «Das grösste Potenzial hat man schliesslich im Speisefisch gesehen, weshalb Basis 57 sich nun mit der Zanderzucht beschäftigt. Dies mit dem Ziel, Zander im Kanton Uri nachhaltig zu züchten.», so Myriam Arnold weiter.
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Zander und Zanderzucht
Solt Sokoray-Varga, Produktionsleiter Satzfischzucht bei Basis 57, beschäftigt sich beruflich schon seit vielen Jahren mit Zandern und Zanderzucht.
Anmerkung der Autorin: Die Zander-Besatzfische bei Basis 57 sind ca. 10 g / 0.35 oz schwer und ungefähr so gross wie ein Finger. Mehr Infos finden Sie auf der Webseite von Basis 57.
Während uns Solt Sokoray-Varga die Kunststoffbecken mit den Zander-Setzlingen in der Satzfischzucht zeigt, erfahren wir von ihm viel Interessantes. Denn es ist keine leichte Aufgabe, Zander zu züchten. Im Gegenteil: Es erfordert viel Fachwissen und Fingerspitzengefühl, denn die empfindlichen Raubfische brauchen Dunkelheit, Ruhe, sauberes Wasser, die richtige Wassertemperatur und genau dosiertes Trockenfutter, damit sie sich wohlfühlen und gesund heranwachsen. Auch deshalb steht das Fischwohl beim Zanderzüchten an erster Stelle. Denn Solt Sokoray-Varga weiss aus Erfahrung: «Wenn es dem Zander nicht wohl ist, wächst er nicht.»
Gute Gründe für nachhaltige Zanderzucht
In der Schweiz gibt es bisher nur einzelne Zanderzuchten. Eine davon ist Basis 57. Das ist ein Vorteil auf dem Markt und neben der Beliebtheit des Zanders als Speisefisch einer von mehreren Gründen, weshalb sich Basis 57 trotz aller Herausforderungen für den Zander entschieden hat.
Aufgrund seines weissen, festen Fleischs und seines unverkennbaren feinen Geschmacks der grätenfreien Filets ist der Zander ein sehr gefragter Speisefisch. Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Fischkonsum in der Schweiz ist sehr konstant – so landen jährlich rund 70.000 t / 77,162 t Fisch auf Schweizer Tellern. Die Mehrheit des Fischs – beim Zander sind das über 90 Prozent – muss importiert werden. Wem kurze Transportwege, tiergerechte Haltung, nachhaltige und ökologische Fischzucht in garantiert sauberem Wasser wichtig sind, bevorzugt sicher Urner Zander.
Warum Zuchtbecken aus thermoplastischem Kunststoff?
In der Fischzucht werden neben Kunststoffbecken auch häufig Betonbecken oder Becken aus anderen Materialien eingesetzt. Wir haben Geschäftsführer Thomas Gisler gefragt, warum sich die Geschäftsführung bei Basis 57 für Kunststoffbecken aus Polyethylen (PE) entschieden hat: